Der TMS: Aufbau und Vorbereitung

Lara Wagenecker

Lara Wagenecker

Autorin bei futuredoctor

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Lesezeit: 5 Minuten
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Zuletzt aktualisiert: 8. November 2023
Der TMS: Aufbau und Vorbereitung

📖 Inhaltsverzeichnis

Dieser Blog Beitrag wurde von unserer Medizinstudentin in Bratislava, Isabella Raber, verfasst.

Das Abitur ist geschafft, der Notenschnitt jedoch nicht gut genug, um direkt an einer medizinischen Universität in Deutschland angenommen zu werden. Vielen Bewerber:innen geht es in der Hinsicht ähnlich. Durch Ausbildungen oder einem Freiwilligen Sozialen Jahr lässt sich der Notendurchschnitt des Abiturs um bis zu 0,3 Notengrade verbessern. Doch nicht nur auf diesem Wege lässt sich die Note hochziehen. Auch durch den sogenannten „Test für medizinische Studiengänge“, kurz TMS, lassen sich die Chancen auf einen Platz für ein Medizinstudium an einigen Universitäten erhöhen.

Ein Test für drei medizinische Studiengänge

Der TMS ist ein speziell für medizinische Studiengänge angefertigter Test, der in verschiedenen Kategorien die Bewerber:innen testet. Das bedeutet, dass er jeweils für die Studiengänge Humanmedizin, Zahnmedizin und Tiermedizin zulässig ist und die Chancen auf einen Studienplatz erhöhen kann. Die Aufgaben ändern sich Jahr für Jahr, die Kategorien, Aufgabentypen und die Dauer der Unterteste bleiben jedoch gleich.

Der Aufbau: Der erste Teil des TMS

Allgemein wird der Test in einen Teil A und einen Teil B aufgeteilt. Teil A findet ab 9 Uhr morgens statt, Teil B nachmittags, nach einer 1-stündigen Mittagspause. Im ersten Untertest von insgesamt acht, wird das Muster zuordnen geprüft. Dabei sollen 24 Aufgaben in 30 Minuten gelöst werden. Pro Aufgabe wird 1 Muster vorgelegt mit jeweils 5 Ausschnitten. Nur ein Ausschnitt ist die korrekte Antwort und stimmt mit dem Muster überein. Alle anderen Antwortmöglichkeiten besitzen kleine Abweichungen.

Im darauffolgenden 60-minütigen Untertest „medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis“ wird das Gesamtwissen der naturwissenschaftlichen Fächer Physik, Biologie und Chemie abgeprüft. Hier erhält der/die Bewerber:in jeweils 24 Wissensaufgaben im Multiple Choice Format. Bei dem dritten Test „Schlauchfiguren“ wird das räumliche Vorstellungsvermögen, innerhalb von 15 Minuten in einem Umfang von 24 Aufgaben, geprüft. In einem transparenten Würfel werden Kabel und Schläuche gezeigt, bei denen bestimmt werden muss, von welcher Seite man sie erkennt (zum Beispiel, von oben, unten, rechts, links, vorne oder hinten). Anschließend ist der Test „quantitative und formale Probleme“ dran. Er besteht genau wie der Untertest davor aus 24 Aufgaben, die in 60 Minuten gelöst werden sollen. Dabei werden medizinische, naturwissenschaftliche Fragestellungen mit Zahlen, Prozenten, Formeln oder sonstigen Angaben vorgestellt.

Entspannen und Energie tanken

Der erste Part vom TMS ist nun geschafft und die Testteilnehmer:innen dürfen sich eine einstündige Pause nehmen. Hier ist es besonders wichtig zwischendurch zu entspannen und neue Energie für den zweiten Teil zu tanken. Eine gute Mahlzeit, genug zu trinken und frische Luft können hier sehr hilfreich sein.

Der Aufbau: Der zweite Teil des TMS

Der zweite Part, der ab circa 14 Uhr stattfindet, besteht nun aus zwei Phasen: einer Einprägephase und einer anschließenden Reproduktionsphase, in der die Merkfähigkeit getestet wird. In der Einprägephase werden dir Figuren, Fakten und Texte vorgelegt, über die in der Reproduktionsphase Fragen gestellt werden. Der allerletzte Teil des TMS‘ stellt der Untertest „Diagramme und Tabellen“ dar. Hier wird dem/der Teilnehmer:in eine Tabelle oder ein Diagramm vorgelegt mit einer Frage, zu der es fünf Antwortmöglichkeiten gibt. Vorwissen ist für diesen Teil nicht von Nöten, da alle Informationen aus der Tabelle/dem Diagramm abgeleitet werden können. Dieser Teil wird nach Schwierigkeit gegliedert und dauert 60 Minuten für 24 Aufgaben.

Nicht eine, sondern zwei Chancen

Der TMS ist eine stressige Prüfung mit vielen Aufgaben, die in kürzester Zeit gelöst werden müssen, weshalb er für viele Testteilnehmer:innen eine große Hürde darstellt. Er setzt Prüfer:innen unter großen Druck und versucht über eine große Bandbreite möglichst viele Fähigkeiten abzuprüfen. In den Jahren zuvor konnte der TMS nur ein einziges Mal geschrieben werden. Seit neuestem haben Teilnehmer:innen, die zum ersten Mal teilnehmen, die Chance den Test im Zeitraum innerhalb eines Jahres zu wiederholen, was bei vielen für Erleichterung sorgt.

Preparation is key

Eine richtige Vorbereitung auf den TMS ist nicht nur wichtig, sondern unbedingt notwendig. Viele Testteilnehmer:innen berichten davon, innerhalb 2-6 Monate ungefähr drei bis vier Mal pro Woche für diesen Test gelernt zu haben. Wie lange jedoch für den TMS gelernt werden sollte, ist individuell. Manche bereiten sich innerhalb von Wochen intensiv auf den Test vor, andere wiederum nehmen sich mehr Zeit für das Üben und Lernen. Besonders das Muster zuordnen, die Schlauchfiguren und der zweite Teil des TMS‘ sind gut trainierbar. Man findet hierbei Online viele Tipps und Tricks wie sich diese Aufgabentypen leichter und in kürzerer Zeit lösen lassen.

Wer gesund lebt, ist im Vorteil

Zuallerletzt ist ein gesunder Lebensstil ein großes Plus. Wer genug schläft, trinkt und isst, kann sich besser konzentrieren und schneidet im Durchschnitt besser ab. Daher sollten Testteilnehmer:innen gut auf ihre mentale und körperliche Gesundheit achten und sich nicht zu viel stressen. Der TMS ist zwar eine Herausforderung, kann jedoch mit guter Vorbereitung und einem kühlen Kopf gemeistert werden!